Das private Baurecht

Rechtlich gesehen bildet das Baurecht einen Unterfall des Werkvertragsrechtes und betrifft alle handwerklichen Leistungen an einem Gebäude oder einem Grundstück, wobei das Spektrum von der Kleinreparaturmaßnahme am Einfamilienhaus bis zum Errichten ganzer Wohnblöcke, Einkaufszentren und Straßen reicht.
Wir betreuen dabei sowohl den Bauherren, als auch in erster Linie gewerbliche Bauunternehmen.

Das Schwergewicht der Tätigkeit liegt in dem Dezernat Baurecht auf der beratenden Tätigkeit.

Es gilt die Maxime, dass der beste Bauprozess derjenige ist, den man nicht führen muss.

Die Zusammenhänge und Geschehensabläufe auf einer Baustelle sind in der Regel so komplex, dass sie sich in einem späteren Prozess fast nie vernünftig aufklären lassen. Hinzukommt, dass oftmals technische Fragen bei der Entscheidung eines solchen Rechtsstreites eine Rolle spielen, welche das Gericht aus eigener Sachkenntnis nicht beurteilen kann und welche deswegen von gerichtlich beigezogenen Sachverständigen entschieden werden. Vor diesem Hintergrund ist ein Rechtsstreit in der Materie des Baurechtes langwierig, teuer und hat oftmals einen ungewissen Ausgang.

Gerade die im Baugewerbe tätigen Unternehmen wissen es daher zunehmend zu schätzen, wenn sie insbesondere schon beim Abschluss von einzelnen Verträgen so rechtlich beraten werden, dass Zweifelsfragen und damit potentielle Streitigkeiten gar nicht erst entstehen. Gleiches gilt, wenn bei der Durchführung der Bauarbeiten Schwierigkeiten und Behinderungen auftreten. Auch hier trägt ein vernünftiges Krisenmanagement dazu bei, mit der jeweiligen Gegenseite interessensgerechte Einigungen zu erzielen und Streitigkeiten zu vermeiden.

Sofern sich insbesondere technische Streitigkeiten nicht aufklären lassen, so wird regelmäßig versucht, diese technischen Zweifelsfragen durch Durchführung von gerichtlichen Beweissicherungsverfahren aufzuklären und so eine sachgerechte Grundlage für vernünftige Problemlösungen zu schaffen, ohne gleich einen kompletten Bauprozess führen zu müssen.

Insbesondere im Baurecht gilt daher, dass die vorbeugende und im Krisenfall die möglichst schnelle Beratung immer die effektivste und günstigste Hilfe bietet.


Beratung des Bauherrn

Als besonderer Zweig des Baurechtes hat sich die Beratung des Bauherren entwickelt. Bauherr ist für uns jeder, der nicht beruflich mit der Thematik des Bauens zu tun hat und lediglich ein einzelnes Bauvorhaben als Auftraggeber abwickelt.

Dabei kann es sich um die Familie handeln, die ihr private Einzel(-Traum)haus errichtet oder aber um den Gewerbebetrieb, der einen neuen Firmensitz oder eine neue Fabrikhalle baut.

Allen diesen Bauherren ist gemeinsam, dass sie mit der Thematik des Bauens ansonsten nicht vertraut sind und anlässlich des konkreten Bauvorhabens Investitionen tätigen, die teilweise von wirtschaftlich grundlegender Bedeutung für sie sind.

Für diese Bauherren haben wir die Idee der "baubegleitenden Rechtsberatung" entwickelt, die darauf ausgelegt ist, den Bauherren von Anfang an umfassend rechtlich zu beraten.

Dies beginnt bei den Verhandlungen mit dem zu beauftragenden Architekten und im Anschluss daran mit der Auftragsvergabe an die Bauunternehmungen.

So kann beispielsweise die richtige Beauftragung von Architekt und Bauunternehmung dafür sorgen, dass zumindest bezüglich grundlegender Baumängel eine Absicherung von bis zu 10 Jahren für den Bauherrn erfolgen kann.

Das Einfordern entsprechender Sicherheiten kann dazu führen, dass man auch gegen Insolvenzen von Auftraggenehmern zumindest teilweise abgesichert wird.

Die Bezeichnung der "Baubegleitung" ist dabei durchaus ernst gemeint. Selbst die regelmäßige Teilnahme an Bausbesprechungen während des Baus ist vorgesehen.

Hintergrund ist auch hier wieder, dass die richtige Vertragsgestaltung sowie die richtige Reaktion auf auftretende Probleme oder Veränderungen während des Bauablaufes eine wesentliche Grundlage dafür bietet, Streitigkeiten und insbesondere Bauprozesse zu vermeiden und einen reibungslosen und damit insbesondere auch zeitlich ungestörten Bauablauf zustande zu bekommen.

Wir verstehen unsere Arbeit dabei als Ergänzung zu der Tätigkeit des Architekten. Oftmals wird der Architekt für die Rechtsberatung hinzugezogen. Der Architekt ist aber schon aufgrund seiner Ausbildung kein Jurist und begibt sich für den Fall, dass er rechtsberatend tätig wird, nur unnötig in die Haftung. Darüber hinaus führt eine solche Vorgehensweise nicht selten beim Bauherren im Nachhinein zu einem bösen Erwachen.

Selbstverständlich gehört die Durchsetzung von Mangelhaftungsansprüchen während der Bauphase, aber auch danach mit zu unserer Rechtsberatung.

Gleiches gilt für die Abarbeitung von Abrechnungsstreitigkeiten.

Die Kosten dieser Tätigkeit sind abhängig von dem Umfang und werden von vornherein mit dem Bauherrn besprochen. Entweder erfolgt eine pauschale Vereinbarung in Abhängigkeit von der Bausumme oder aber es erfolgt eine Abrechnung nach konkretem Zeitaufwand.

Beratung von gewerblichen Bauunternehmen

Die Beratung unser im mittelständischen Baugewerbe tätigen Mandanten bildet einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Tätigkeit im Baurecht.

Entsprechend unserer Philosophie, dass gerade im Gebiet des Baurechtes das Führen von Prozessen ungewöhnlich langwierig und teuer ist, streben wir eine vom konkreten Einzelfall losgelöste umfassende dauerhafte Beratung des im Baugewerbe tätigen Mandanten an.

Dabei geben wir unseren Mandanten feste Leitlinien für die Gestaltung von Verträgen an die Hand, im Einzelfall prüfen wir besonders gelagerte Fälle oder übernehmen die Vertragsgestaltung komplett.

Da wir eine dauerhafte und ständige Zusammenarbeit mit den Mandanten anstreben, stehen wir auch jederzeit bei einzelnen Nachfragen und beim Auftreten von einzelnen Problemen während des Bauablaufes bei einzelnen Aufträgen zur Verfügung.

Der besondere Vorteil in laufenden Beratungsmandaten besteht für den Mandanten eben gerade darin, schnell den zuständigen Sachbearbeiter zu erreichen und kurzfristig konkrete Nachfragen zu auftretenden Problemen stellen zu können.

Als Stichworte unserer Tätigkeit sind zu nennen die Behinderungsanzeige, das Umgehen mit Anordnungen seitens des Bauherren, das Nachtragsmanagement und schließlich der immer mehr an Bedeutung gewinnende "baubetriebliche Nachtrag".

Insbesondere die Durchsetzung von Ansprüchen aus baubetrieblichen Nachträgen ist im nachhinein bei den heutigen Anforderungen der Rechtsprechung fast aussichtslos, wenn nicht von vornherein die dafür notwendigen Voraussetzungen während des Bauablaufes unter rechtskundiger Beratung dokumentiert und teilweise auch erst durch entsprechende Anzeigen und Hinweise an den Bauherren geschaffen worden sind.

Nach Abschluss der eigentlichen Baumaßnahme beraten wir unserem Mandanten zu Fragen der Mängelhaftung und bei den immer wieder auftretenden Abrechnungsstreitigkeiten.

Neben diesen alltäglichen Fragen rund um die Durchführung einer Baumaßnahme beschäftigen wir uns mit der Spezialproblematik der Kündigung von Bauverträgen und der Thematik der Einstellung der Arbeiten. Hier handelt es sich um grund legende Entscheidungen und Maßnahmen, welche gründlich vorbereitet werden müssen und welche für Fall, dass sie zu Unrecht ausgeübt werden, zu erheblichen Regressforderungen der anderen Vertragspartei führen können.

Der Umgang mit den VOB/B ist für uns selbstverständlich, wobei immer wieder festzustellen ist, dass gerade in diesem Themengebiet ein sehr hoher Beratungsbedarf besteht.

Wesentlich ist für uns im Umgang mit unseren gewerblich tätigen Mandanten, dass diese einen klaren Überblick darüber behalten, welche Kosten diese Art von Rechtsberatung für sie verursacht, so dass wirtschaftlich unerfreuliche Überraschungen von vornherein ausgeschlossen werden. Daher schließen wir mit unseren Mandanten entweder Beratungsverträge ab oder wir vereinbaren eine Abrechnung nach Zeithonorar, wobei eine zeitnahe und transparente Abrechnung der im einzelnen entfalteten Tätigkeiten sowie des diesbezüglich benötigen Zeitaufwandes selbstverständlich sind.